Philosophie

Braucht ein Ordinationsbetrieb eine „Philosophie“ und was ist damit überhaupt gemeint? Unser Auftrag als medizinischer Dienstleistungsbetrieb ist, Menschen in Situationen zu unterstützen, die sie aufgrund unterschiedlichster Beschwerden als störend, beeinträchtigend, belastend oder sogar als bedrohlich wahrnehmen. Weil wir mit Menschen zu tun haben, sind wir ihnen verpflichtet. Wenn jemand unsere Ordination betritt, darf er zu Recht erwarten, dass er hier als Mensch mit allen seinen Fragen, Sorgen und Nöten willkommen ist, respektiert und ernstgenommen wird.  Es wird deshalb immer das Ziel unseres Handelns sein, das bestmögliche Ergebnis für jeden zu erreichen, auch wenn uns sehr bewusst ist, dass das Erreichbare nicht immer das Erwünschte sein kann.

Es ist unsere Aufgabe, durch sorgfältige Erhebung der Krankheitsgeschichte und wichtiger begleitender Umstände, sowie durch die notwendigen Untersuchungen, zu einem möglichst klaren Bild zu kommen, worin die gesundheitlichen Probleme des Einzelnen bestehen, welche Ursachen sie haben und welche Behandlungsmöglichkeiten es dafür gibt. Manchmal sind diese Probleme vergleichsweise klein, und auch leicht und rasch zu lösen. Nicht selten haben wir aber mit sehr komplexen Situationen zu tun. Es erfordert dann Zeit, den Dingen auf den Grund zu gehen und eine gute Lösung zu finden. Leider geht es manchmal auch um sehr schwerwiegende Erkrankungen, für die es keine medizinische Lösung mehr gibt.

Wie viel Aufmerksamkeit und Zeit jeweils für die Betreuung eines Besuchers unserer Ordination erforderlich sind, ist oft nicht vorhersehbar. Als Arzt ist es meine Pflicht, aber auch mein Wunsch, mir für jeden Patienten die notwendige Zeit zu nehmen. Nicht selten ist das schwierig und stößt an Grenzen. Oft kann gerade das auch bedeuten, dass sich die Wartezeit für andere dadurch erheblich erhöht. Aber das gehört zu den Grundlagen unserer Arbeit: Jeder soll das empfangen können, was für ihn angemessen, wichtig und notwendig ist.  Dafür kann jeder, dessen Geduld vielleicht einmal im Wartezimmer strapaziert wurde, damit rechnen, selbst auch so behandelt zu werden.
Wir arbeiten in unserer Ordination als Team: Das bedeutet, dass das gesamte Ergebnis stark vom Zusammenwirken aller Teile abhängig ist. Von der Anmeldung für eine Untersuchung bis zum Verlassen der Ordination mit einem Vorschlag zur Behandlung ist jeder Teil wichtig. Meine Mitarbeiterinnen bemühen sich, die Wartezeiten so kurz wie möglich und den Aufenthalt in der Ordination möglichst angenehm zu gestalten. Leider wird es uns aber trotzdem nicht immer gelingen, allen Wünschen gerecht zu werden, dafür bitten wir um Verständnis.

Zur Philosophie einer Ordination gehört auch die Art und Weise, wie man Menschen und ihre Anliegen betrachtet. Uns ist wichtig, jeden Menschen als ein Geschöpf wahrzunehmen, das von seinem Schöpfer gewollt und mit einer Einzigartigkeit ausgestattet ist, derer wir uns vielleicht oft zu wenig bewusst sind. Jeder ist für seinen Schöpfer wichtig und wertvoll. Wir haben im Umgang mit Menschen eine hohe Verantwortung, auch dem gegenüber, der geschaffen hat. Egal welche religiöse oder sonstige Einstellung jemand hat: Die Ehrfurcht vor dem Besonderen jedes Menschen sollten wir niemals vergessen.

Oft werden wir darauf angesprochen, warum in unserer Ordination durch Zeitschriften, Bilder u.ä. so deutlich auf den christlichen Glauben hingewiesen wird. Das liegt daran, dass wir in Jesus Christus das vollkommene Vorbild des Menschen sehen, der für die Nöte der Anderen da ist. Er war der einzige vollkommene Arzt, den es auf dieser Erde je gegeben hat. Auch wenn die Art, wie er Menschen heilte einzigartig war, sehen wir in ihm doch die perfekte Zuneigung zum Menschen, Gottes geoffenbarte Liebe, die im ärztlichen Handeln auch heute zum Ausdruck kommen sollte.

Leider sind wir sehr weit von diesem Vorbild entfernt, aber wir wollen es für unsere Arbeit ständig mit uns haben, so wie das Stethoskop oder den Blutdruckapparat. Uns ist sehr deutlich bewusst, dass ärztliches Handeln oft sehr an der Oberfläche der wahren Bedürfnisse von Menschen hängen bleibt. Lange ist bekannt, wie seelische Belastungen sich nachteilig auch auf die Gesundheit auswirken können. Die Zahl sog. psychosomatischer Erkrankungen steigt ständig an. Für viele Menschen, die sich dafür öffnen können, ist der Glaube an Jesus Christus in diesen Situationen eine sehr große Hilfe,  denn er ist etwas Lebendiges und Kraftvolles. Worte allein helfen oft wenig. Im Glauben liegt aber eine Kraft, die weit über das Gesagte oder Geschriebene hinausgeht. Dazu wollen wir auch ermutigen. Jesus ist nicht nur eine Geschichtsgestalt aus längst vergangenen Tagen, sondern er lebt und ist bereit, sich jedem zu öffnen und zu Hilfe zu kommen, der ihn einlädt. Versuchen Sie es, es lohnt sich!